Matthias W. Fischer ist Künstler, Autor und emeritierter reformierter Pfarrer. Seit vielen Jahren arbeitet er an der Schnittstelle von Kunst, Literatur, Performance und gesellschaftlicher Erinnerung.
Seine Arbeiten entstehen aus Begegnungen mit Menschen, Orten und Geschichten. Sie beschäftigen sich mit Erinnerung und Vergessen, Verletzlichkeit, Landschaften, biografischen Spuren und den Sedimenten, die Zeit und Geschichte hinterlassen.
Die Erfahrung sexualisierter Gewalt in der frühen Kindheit gehört zu den biografischen Schichten, aus denen seine künstlerische Arbeit hervorgegangen ist. Sie hat seinen Blick auf Erinnerung, Körper, Sprachlosigkeit und das Fortwirken des Vergangenen wesentlich geprägt. Seine künstlerische Arbeit versteht sich jedoch weder als Illustration noch als therapeutische Aufarbeitung dieser Erfahrung, sondern als Suche nach künstlerischen Formen, in denen sich das Nichtvergangene ausdrücken kann.
Tangentiale versteht sich als offenes Arbeitsarchiv. Hier dokumentiert Matthias W. Fischer künstlerische Prozesse, Werkproben, Texte, Fotografien, Videoarbeiten und Projekte, die sich im Entstehen befinden. Nicht das fertige Werk steht im Mittelpunkt, sondern der Weg und die Annäherung dorthin.
Als Künstlerkollektiv SEDIMENTA arbeitet er gemeinsam mit Katarzyna Kata Adamek an Projekten, die sich mit Erinnerungskultur, regionaler Geschichte und den Spuren vergangener Lebenswelten beschäftigen.
Matthias W. Fischer lebt in der Schweiz und arbeitet in Deutschland und Polen
